Thema der Woche

Rubel rollen
Berlin/Moskau - Europas Reiseriese Nummer eins wird immer russischer: Stahlmilliardär Alexej Mordaschow plant, seine Anteile an TUI von derzeit rund 18 Prozent aufzustocken - "auf 25 bis 30 Prozent."
Damit wird der Deal, den Maxim Schemetow von Mordaschows S-Group Capital Management nun bestätigte, auch zu einem gewichtigen Thema der europäischen Wettbewerbshüter - und des Bundeskartellamtes sowieso, das den Kauf bis Ende September nach allen Seiten ausleuchten will.
Wo sich Mordaschow, dessen Vermögen auf zehn Milliarden Dollar geschätzt wird, die Aktien besorgt, bleibt vorerst sein Geheimnis. Von seinem Gegenspieler, dem ebenso 18 Prozent haltenden John Fredriksen, bekommt sie der 44-Jährige Entrepreneur auf jeden Fall nicht. Sein Boss habe "keine Pläne, Aktien an Mordaschow zu verkaufen, kommentiert Tor Olav Troim, der Vertraute des norwegischen Großaktionärs.
TUI-Chef Michael Frenzel (im Bild) kommt die Absicht des Stahlmagnaten, der 82 Prozent am russischen Marktführer Severstal hält, entgegen. Zum einen hält Frenzel so Fredriksen, der - wie mehrfach berichtet - immer wieder an seinem Stuhl sägte, deutlich auf Abstand. Andererseits stabilisiert das Vorhaben den Kurs der TUI-Aktie. Und es stärkt das Vertrauen zwischen den - ohnehin gut miteinander auskommenden - Geschäftsfreunden: Ihre Firmen betreiben zusammen den - mit 30 Millionen Euro ausgestatteten - Moskauer Reiseveranstalter Mostravel.

