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Berlin – Marktnische par excellence: Visumpoint kümmert sich um Visa – und vieles mehr. Weltweit ein Milliardenmarkt – wie Firmengründer Alexander Langhans weiß.

Ein Visum bekomme ich im Konsulat. Wofür brauche ich da Visumpoint?

Langhans: Weil wir Ihnen mit unserem kompetenten Team Arbeit abnehmen und zeitaufwendige Laufwege ersparen. Es gibt ja – je nach Anlass und Land – ganz unterschiedliche Visa, die Konsulate ändern mitunter ihre Bestimmungen von heute auf morgen – denken Sie an die Executive Order von Präsident Donald Trump, auch wenn die gerichtlich gestoppt wurde. In unserer Datenbank greifen wir auf aktuelle Visa-Bestimmungen aus 170 Ländern zu. Manche von ihnen haben bis zu 15 verschiedene Kategorien, das macht in Summe bis zu 80 000 verschiedene Papiere, Formulare oder Vorschriften, die wir parat haben. Wir erledigen aber nicht nur Ihren Visa-Antrag, sondern helfen auch darüber hinaus.

Wie?

Das geht über die Wohnungssuche, Beantragung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen oder Legalisierung von notwendigen Dokumenten bis hin zur Anmeldung der Kinder in der Schule – wenn Familien, meist beruflich, ins Ausland ziehen. Und natürlich wickeln wir auch wieder ab: Wenn der Mitarbeiter heim kehrt, dann sorgen wir beispielsweise dafür, dass dem Stromanbieter rechtzeitig gekündigt wird.

Und das machen Sie von Deutschland aus?

Mit unseren Partner vor Ort im Ausland, ja.

Wer sind Ihre Kunden?

90 Prozent sind Firmenkunden. Kleine und große Unternehmen, die ihre Mitarbeiter entsenden und denen wir dann behilflich sind. Gerade in den etwas unsicher gewordenen Zeiten spüren wir eine stärker werdende Nachfrage nach unseren Serviceleistungen seitens der Unternehmen – auch vom Standpunkt des Compliance.

Wie groß ist der Markt in Deutschland?

Konkret kann ich Ihnen das nicht sagen, weil ich die Zahlen für Deutschland nicht kenne, aber das ist – global gesehen – ein Milliardenmarkt. Weltweit gibt es einige große Mitbewerber, deren Umsätze in die Milliarden gehen, wobei hier alle Geschäftsbereiche involviert sind: Also Visa, Legalisierung, Immigration und Relocation. Wir sind davon noch weit entfernt, ich bin aber überzeugt davon, dass der Markt in Deutschland genügend Potenzial hat, damit wir auch in Zukunft weiter wachsen können.

Wie sehen Ihre Umsatzzahlen aus?

Da bitte ich um Verständnis, wenn ich Ihnen hier keine konkreten Geschäftszahlen nennen möchte. Nur so viel: Seit der Gründung des Unternehmens vor sechs Jahren schreiben wir schwarze Zahlen – und haben in jedem Jahr unseren Umsatz verdoppelt.

Die Preise sind relativ moderat. Wie können Sie da Geld verdienen?

Der Hebel ist die Menge. Wenn wir für eine Visabeantragung – das schwankt natürlich von Fall zu Fall – eine Servicegebühr von 40 Euro nehmen, dann gehen wir nicht mit diesem einen Antrag ins Konsulat, sondern haben mitunter 100 Papiere in der Hand. Dann rechnet sich das auch.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

Aktuell haben wir 40 Mitarbeiter und Büros in Berlin, Bonn, München und Frankfurt am Main, so dass wir alle konsularischen Botschaftsgebiete abdecken können. Ich kann mir – um noch einmal auf Ihre Frage nach dem Wachstumspotential zurückzukommen – vorstellen, dass wir in ferner Zukunft Mitarbeiter im mittleren vierstelligen Bereich beschäftigen werden.

Welche Länder machen Ihnen am meisten Arbeit?

Die USA ist, wenn es um das Visum geht, sehr komplex. Das Land kennt 30 bis 40 verschiedene Visa-Kategorien. Jeden Tag werden etwa 750 Einreisewillige am Airport zurückgeschickt, weil sie die falschen Papiere haben. Aber auch die Bestimmungen in Großbritannien sind kompliziert: Sie müssen persönlich im Konsulat erscheinen, ihre biometrischen Daten werden genommen und das Antragsformular enthält an die 80 verschiedenen Fragen, die Sie ausfüllen und gegebenenfalls mit Dokumenten belegen müssen.

Welche Nationalitäten haben es am schwersten, ein Visum zu bekommen?

Das hängt natürlich von den bilateralen Beziehungen ab, die das Land, in das Sie reisen wollen, mit dem Land, wo sie herkommen, pflegt. Als pakistanischer Staatsbürger ein Visum für Indien zu bekommen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Und wie schwer ist es, ein Visum für Nordkorea zu bekommen?

Wenn eine Genehmigung vorliegt, geht das eigentlich recht reibungslos.

Gibt es auch Länder, in denen Sie keine Unterstützung leisten können?

Nein. Wir leisten für jedes Land Unterstützung. Wenn tatsächlich mal keine Informationen zu den Visa-Bestimmungen in unserer Datenbank zu finden sind, gehen wir vorab auch in das Konsulat und erkundigen uns. Einen solchen Fall hatten wir jüngst für ein Arbeitsvisum in Namibia.


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