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Berlin – 2016 zog es jeden vierten deutschen Spanien-Urlauber auf die Kanaren. Und fast jeder vierte Euro, der dort floss, gehörte einem Bundesbürger – berichtet María Mendez Castro, Chefin von Promotur Tourismo de Canarias.

Mit welchen Werbestrategien wollen Sie im Tourismus weiter wachsen?

Promotur Tourismo de Canarias richtet sich bei seiner Marketingstrategie an den Endverbraucher: Den Touristen des 21. Jahrhunderts, der – unabhängig und dennoch vernetzt – nach neuen Erfahrungen sucht. Ihn wollen wir vor allem online adäquat und und seinen Bedürfnissen folgend ansprechen – auch auf dem deutschen Markt.

Was heiß das konkret?

Schon seit vergangenem Jahr zielen unsere Werbeaktivitäten auf die Gruppe der Kosmopoliten – jene Besucher also, die während ihres Urlaubs authentische Erfahrungen suchen und vor allem an Gastronomie, Wein oder Kunst interessiert sind. Eine andere Zielgruppe sind die sportlichen Aktivurlauber, für die es auf den Kanaren das ganze Jahr über beste Bedingungen gibt, ihrem Hobby zu frönen.

Wie wichtig ist der deutsche Quellmarkt für Sie?

Sehr wichtig. Vergangenes Jahr besuchten 2,8 Millionen Deutsche die Kanaren – zehn Prozent mehr als 2015. Dabei gaben die Bundesbürger im Schnitt pro Tag und Person 136 Euro aus – fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt 3,8 Milliarden Euro.

Was geben Sie Ihrerseits im Jahr für Marketingmaßnahmen aus?

In diesem Jahr sind es rund 16 Millionen Euro, die die Regierung der Kanarischen Inseln für Marketingmaßnahmen ausgibt. Dazu kommt ein – natürlich deutlich geringerer – Betrag, den die einzelnen Inseln für ihre touristischen Werbemaßnahmen aufbringen.

In welche Märkte fließt dieses Geld?

Wir sind in rund 20 europäischen Quellländern aktiv. Die Differenzierung der Märkte ist einer der Säulen unseres Marketingkonzeptes.

Und wie sieht es mit den aufstrebenden Märkten Brasilien, China und Russland aus?

China und Brasilien sind gegenwärtig für uns keine relevanten Märkte. Russland dagegen hatte sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, ist dann im Zuge der Rubel-Krise aber eingebrochen. Wir haben dennoch in den Markt investiert und konnten im vergangenen Jahr den Negativtrend stoppen und sogar ein Plus bei den Ankünften russischer Touristen von sieben Prozent erreichen.

Was sind die dringendsten Probleme des Tourismus auf den Kanarischen Inseln?

Als Inselgruppe im Atlantik sind die Flugverbindungen unser größtes Problem. Wir haben deshalb – mit Unterstützung der Europäischen Union – ein Programm aufgelegt, das helfen soll, neue Flugverbindungen zu den Kanaren zu etablieren.

Meliá-Chef Gabriell Escarrer hat im Zusammenhang mit dem spanischen Tourismusboom von “geliehenen Touristen” gesprochen und vor einem “Platzen der Tourismusblase” gewarnt. Teilen Sie diese Sorgen?

Nein. Die Reisenden sind heutzutage immer unabhängiger und immer besser informiert – und entscheiden sich jedes Mal aufs Neue für die Destination, die ihren Bedürfnissen am besten gerecht wird. Nur noch wenige Touristen fahren jedes Jahr in dasselbe Ziel – auch wenn die Kanarischen Inseln einen sehr hohen Anteil an Stammgästen haben. Dennoch: Touristen gehören niemandem und werden auch nicht verliehen. Wir müssen deshalb einfach weiter hart daran arbeiten, sie an uns zu binden.


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