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Berlin – Hocaboo nimmt neuerdings Geld für vermittelte Bewerbungsgespräche. COO Thomas Wurzinger über das mühsame Geschäft der Online-Jobbörse.

Was steckt hinter Hocaboo?

Hocaboo ist eine internationale Online-Jobbörse, die – mittels einer App – Arbeitnehmer und Hotels direkt miteinander vernetzt. In der Hotellerie gibt es bekanntermaßen einen Fachkräftemangel und eine überdurchschnittliche Fluktuation. Darüber hinaus ist die Hälfte aller Beschäftigten – weltweit rund 296 Millionen Menschen – unter 35 Jahre. Für diese junge Generation haben wir die kostenfreie Hocaboo-App entwickelt.

Seit wann gibt es die?

Wir sind seit März 2016 auf dem Markt.

Und wie viele Stellen beziehungsweise Stellengesuche gibt es auf der Plattform?

Auf Hocaboo sind aktuell über 300 Hotels mit über 2000 Stellenangeboten gelistet. Die Hoteliers erstellen auf dem Webportal hocaboo.com ein Hotelprofil und posten dort ihre offenen Stellen – übrigens völlig kostenlos. Und die Stellensuchenden laden sich die App auf ihr Smartphone, eröffnen einen Account und können sich dann mit ihren Lebenslauf und beruflichen Wünschen vorstellen.

Und wie bringen Sie die jetzt zusammen?

Unser Algorithmus gleicht Bewerberprofile mit offenen Stellen ab und bildet automatisiert passende Paare. Benötigt ein Hotel beispielsweise in Berlin einen Restaurant-Supervisor mit vierjähriger Berufserfahrung und Französisch-Kenntnissen, kann er pro-aktiv die Kandidaten suchen: Dafür listet das System alle in Frage kommenden Bewerber unter der Stellenanzeige auf. Oder er gibt die Parameter selbst ein und das System liefert ihm User, die dem Profil möglichst nahe kommen.

Und dann?

Die Bewerber bekommen eine Nachricht auf das Handy über die entsprechende Stelle. Sind sie interessiert, erhält der Personalmanager ein anonymisiertes Bewerbungsprofil mit allen notwendigen Informationen und kann den Aspiranten nun einladen. Erst bei einer solchen Einladung, einem Match, fließt Geld an uns.

Wie viel?

Bis zum Sommer war das Recruitingtool kostenfrei, ab jetzt erheben wir einen Euro pro Match.

Wie wollen Sie denn damit Geld verdienen?

Unser Vision ist es, Hocaboo zum weltweit größten Bewerbermanagementtool zu machen und der Hotellerie ein Werkzeug in die Hand zu geben, dass ihr hilft, offene Stellen mit geeigneten Mitarbeitern zu besetzten. Aber natürlich wollen wir auch Geld verdienen. Dabei gilt: Kleinvieh macht auch Mist. Am Ende wird es die Gesamtsumme der Matches machen, die wir generieren können und wir wissen auch, dass ein Hotel bis zur Vertragsunterzeichnung mit einem Bewerber mit mehreren Kandidaten spricht.

Mit wie vielen?

Wir reden von 15 bis 20 Matches pro Position, was für die Hotels immer noch deutlich günstiger ist als die Gebühren für eine Stellenanzeigenschaltung bei namhaften Portalen. Mittelfristig wollen wir natürlich auch auf internationale Märkte gehen. Und es wird zusätzliche Services geben, die dann kostenpflichtig sind: Beispielsweise eine Videofunktion.

In welchen Märkten sind Sie derzeit aktiv?

Die App gibt es in Deutsch und Englisch. Wir haben Hotelkunden in acht verschiedenen Ländern und setzen erst einmal auf Europa. An erster Stelle steht für das nächste halbe Jahr aber die DACH-Region.

Wie hoch waren die Entwicklungskosten?

Konkrete Zahlen möchten wir öffentlich nicht nennen. Finanziert wurde die Entwicklung der App komplett von den vier Gründern. Erst nach dem Launch haben wir Investoren ins Boot geholt, die uns jetzt helfen, das Unternehmen perspektivisch zu entwickeln.

Und ab wann rechnen Sie mit einem Plus?

Dies ist für uns nicht die entscheidende Frage, aber spätestens 2018 wollen wir schwarze Zahlen schreiben. Die Vorgabe heißt erst einmal nachhaltiges Wachstum und möglichst viele Kunden und Kandidaten auf die Plattform bringen. Die Akquise läuft bei uns vorrangig über die sozialen Medien.

Was kostet Sie diese Werbung?

Auch hier bitte ich um Verständnis, dass wir konkrete Zahlen nicht nennen. Ich kann aber sagen, dass wir einen fünfstelligen Betrag jeden Monat hierfür bereitstellen.

Dann vielleicht eine andere Zahl? Wie viele Matches müssten sie für eine positive Bilanz im Monat erreichen?

Die Antwort wird von einigen Faktoren beeinflusst. Hier spielen unsere Ausgaben und weitere Monetarisierungsmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. Eine positive Bilanz allein mit Matches zu erzielen, ist allerdings möglich, auch wenn wir dies nicht anstreben. In den nächsten Monaten werden wir auf jeden Fall einige spannende Features enthüllen.

Wie viele Matches sind es denn bisher?

Die 300 Hotels, die seit März dabei sind, haben aus dem Angebot von rund 2500 Kandidaten bisher etwa 1000 Matches generiert. Wie viele Stellen dann auch besetzt werden konnten, ist für unser momentanes Geschäftsmodell nicht entscheidend. Es sind allerdings einige.


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